IT-Strategie
unterstützt die Unternehmensstrategie
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Für
jedes Bauunternehmen gibt es eine Unternehmensstrategie. Ganz gleich,
ob sie schriftlich fixiert ist oder täglich gelebt wird. Damit ist die
Grundlage gelegt, mit welcher IT-Strategie die Unternehmensziele in
den nächsten Jahren unterstützt werden können. So kann die geplante
Veränderung der Unternehmensstruktur, von einer dezentralen hin zu
einer zentralen Organisation dazu führen, dass die zukünftige
Informationstechnologie ganz anderen Anforderungen gerecht werden
muss.
Die Unternehmensstrategie ist Grundlage der IT-Strategie eines
Bauunternehmens. Zukünftige Veränderungen der Geschäftsfelder, der
Aufbauorganisation oder der Regionen und Länder, in denen ein
Bauunternehmen aktiv ist, haben genauso Einfluss auf die
IT-Strategie wie die Anforderungen der Auftraggeber, gesetzliche
Regelwerke und die Erwartungen der Mitarbeiter. Mit einer
IT-Strategie legen Sie die mittel- und langfristigen Erwartungen an
die Informationstechnologie fest. Sie ist gleichzeitig die Landkarte
für den Weg hin zu Ihrer IT 2020.
Anforderungen entstehen intern und extern Welche Anforderungen
aus der Unternehmensstrategie können die IT-Strategie beeinflussen?
Das sind einmal organisatorische Anforderungen. Hier kann ein Wechsel
von heute dezentralen Abteilungen, hin zu einer zentralen Organisation
ein Beispiel sein. Hieraus ergeben sich sowohl Anforderungen an die
IT-Infrastruktur als auch an die eingesetzte Software. Ein anderer Typ
neuer Anforderungen kann am Beispiel der Baulogistik beschrieben
werden: Die Begleitpapiere für Frachten aller Art müssen elektronisch
bereitgestellt werden. Der traditionelle „Lieferschein“ hat ausgedient
und, auch wenn es im Moment nicht danach aussieht, Lohnnachweise und
andere Informationen für öffentliche Institutionen sind ebenfalls
elektronisch bereitzustellen.
Neben diesen organisatorischen und externen Anforderungen
entwickelt sich in allen Unternehmen die Erwartungshaltung der
Mitarbeiter an die IT-Unterstützung rasend schnell. Getrieben durch
die Erfahrungen im privaten Bereich, werden an die In-halte und
Verfügbarkeit von Informationen ganz neue Anforderungen gestellt:
- Verfügbarkeit aller Informationen 24 Stunden an 365 Tagen und das
ortsunabhängig
- Monatsabschluss am dritten Werktag des Folgemonats
- Informationen für Auftraggeber und Projektbeteiligte über
Internetfunktionen
- Planung und Überwachung des Finanzbedarfs und des Bestellobligos
für das gesamte Unternehmen
- Simulation und Visualisierung von Bauabläufen für Vertriebsaspekte
und Kalkulation bis hin zur eigenen Ressourcenplanung
Informationen in Echtzeit Und weil das noch nicht genug ist,
eine Grundforderung an die Informationen in der Zukunft besteht schon
heute: Informationen in Echtzeit. Das bedeutet, dass eine
Information, die jetzt erfasst wird, so-fort verarbeitet ist und somit
immer aktuelle Informationen bereitstehen. Die Standortabfrage nach
dem Standort eines Baggers in der Baulogistik ist ein Beispiel aus
Ihrem Tagesgeschäft.
IT-Strategie ist der Plan Ihre IT-Strategie
gibt Grundanforderungen an die Lösungsansätze Ihrer
Informationstechnologie der Zukunft Das Gesamtwerk können Sie mit
IT-Architektur beschreiben. Hierin sind sowohl die IT-Infrastruktur,
Hardware, Peripheriegeräte und Datenverbindungen enthalten, als auch die Anwendungsprogramme.
Beide Felder der IT-Architektur müssen zusammen passen. Nehmen Sie
hier wieder das Beispiel des elektronischen Lieferscheines für Ihren
Bagger, der auf einem Handy des Lkw-Fahrers erscheinen soll.
IT und Kommunikation wachsen zusammen Verbunden mit der gesamten
Kommunikationstechnologie erwächst aus Ihrer IT-Strategie, im
wunder-schönen Beamtendeutsch, die ITK-Strategie (Informations- und
Telekommunikationstechnologie). Die Frage, ob die Trennung zwischen
IT-Infrastruktur und Telekommunikationsinfrastruktur völlig aufgelöst
wird stellt sich nicht; die Frage ist nur, wann Sie diesen Schritt in
Ihrem Hause vollziehen.
Gestatten Sie mir den Hinweis: Wenn Sie wissen wollen, wie dies
funktioniert schauen Sie Ihren her-anwachsenden Kindern zu, wenn sie
gleichzeitig am PC im Internet Spiele mit anderen Teilnehmern spielen,
mit ihrem Festnetz telefonieren, an einem Videochat in Echtzeit
teilnehmen und dabei noch erfolg-reich die Aufforderung zur Mithilfe
beim Geschirrspülen ablehnen.
Datenschutz und Datensicherheit Der
Stellenwert der Datensicherheit und des Datenschutzes in Ihrem Bauunternehmen wird
zunehmend eine größere Rolle spielen. Die Verfügbarkeit von Daten über
Internettechnologien bewirkt neue Anforderungen an die
Schutzmechanismen.
Die Datensicherheit sorgt dafür, dass Informationen nicht „verloren
gehen“ und in dem erforderlichen Umfang verfügbar sind. Gerade eine
24-Stunden-Verfügbarkeit stellt völlig neue Anforderungen an Ihre
IT-Infrastruktur.
Der Datenschutz und dies gilt sowohl für Personendaten als auch für
unternehmenskritische Daten hat mit den gleichen neuen
Rahmenbedingungen zu kämpfen. Ein Beispiel hierfür ist die Trennung
der klassischen Personalabrechnung von wesentlichen Teilen der
Personalakte. Dass Sie zukünftig für einzelne Informationen über den
Mitarbeiter dem direkten Vorgesetzten im rechtlich zulässigen Umfang
den direkten elektronischen Zugriff ermöglichen, wird eine
Selbstverständlichkeit sein. Das Problem, wie Sie mit dem rechtlich
geforderten Löschen bestimmter Informationen aufgrund von abgelaufenen
Fristen oder rechtskräftigen Urteilen umgehen, gilt es ebenfalls zu
lösen. Nicht zuletzt wollen Sie sicherstellen, dass
Informationen über Ihre Angebote Unberechtigten nicht zugänglich
gemacht werden.
Sozialkontrolle nimmt ab Ein Aspekt, der sowohl
beim Datenschutz als auch bei der Datensicherheit immer mehr in den
Vordergrund gerät,
ist die fehlende Sozialkontrolle bei der Nutzung von Daten. Die
Nutzung von Informationen außerhalb des Büros, das kann ein
Baustellenbüro oder der Arbeitsplatz zuhause sein, unterliegt keiner
sozialen Kontrolle. Wer wem über die Schulter schaut ist nicht
nachvollziehbar. Dies ist übrigens kein Argument gegen
Heimarbeitsplätze, auch der Transport vertraulicher Informationen per
Papier nach Hause stellt die identischen Sicherheitsrisiken dar.
Ein gemeinsames Zielbild der IT So gehen Sie vor: Mit der
Unternehmensstrategie Ihres Bauunternehmens für das Jahr 2020, Sie
können auch 2015 oder jede andere Jahreszahl vorgeben, legen Sie fest,
wie Ihre zukünftige Organisation sein soll. Ein Beispiel: Vielleicht
soll das Rechnungswesen für alle Tochterfirmen oder
Standorte als Dienstleitung zentral geführt werden.
Hieraus entwickeln die Verantwortlichen für die Informationstechnologie
gemeinsam mit der Geschäftsleitung ein Zielbild der IT-Zukunft.
Nennen Sie es "Picture of the Future.“ Darin ist symbolhaft
dargestellt, wie die Organisation aussehen wird, welche
Geschäftsfelder Sie betreiben und wie die Informationstechnologie
diese Rahmenbedingungen unterstützt.
Das Wesen einer Strategie ist die Verfolgung des Gesamtzieles. So
kann es dazu passend sein, dieses Gesamtziel mit Zwischenschritten zu
erreichen. Dazu werden Etappen auf dem Weg dorthin für die
Organisation und die Informationstechnologie mit Zielbildern
beschrieben. Nehmen Sie das Beispiel des Rechnungswesens: In einem
ersten Schritt wird das Rechnungswesens zentral organisiert und
hierfür noch die bestehende Anwendungssoftware und die bestehenden
Buchungsregeln verwendet. In einem zweiten Schritt werden dann sowohl
die fachlichen Regeln des Rechnungswesens in einen einheitlichen
Rahmen gebracht, als auch die dafür dann passende Anwendungssoftware
ausgewählt, eingeführt und die Daten übernommen.
Hinweis: Der umgekehrte Vorgang, erst die Anwendungssoftware
konsolidieren und dann danach die Organisation bedeutet, dass die neue
Software Anforderungen der alten, die Sie vielleicht bei der
zukünftigen Organisation nicht mehr benötigen, erfüllen muss.
Zusammenfassung Die IT-Strategie Ihres Unternehmens beschreibt
das Zielbild Ihrer Informationstechnologie mit der die
Unternehmensstrategie unterstützt werden soll. Die Art der Umsetzung
und auch der Zeitpunkt einzelner Maßnahmen werden darin nicht
festgelegt. Das ist der Erkenntnis geschuldet, dass Sie heute
unmöglich voraussehen können, welche Technik in 10 Jahren zur
Verfügung steht, wie und wann organisatorische und strukturelle
Änderungen Ihres Unternehmens tatsächlich umgesetzt sind.
Wir
wünschen Ihnen bei der Umsetzung dieser Ideen viel Erfolg!
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